Kurzfilmtournee 2017

HASHTI Tehran

Deutschland, Iran | 2016 | Dokumentarfilm | persisch | dt./engl. UT | 59 min. | FSK 0
Sonderpreis des Deutschen Kurzfilmpreises

Regie, Buch, Kamera, Schnitt: Daniel Kötter
Sound Design: Marcin Lenarczyk
Ton: Hedieh Ahmadi
Mit: Sara Reyhani, Ramash Imanifard, Alireza Labeshka, Amoo Abbas

Ausgehend von der Idee, dass Teheran selbst als ein Haus verstanden werden kann – sozusagen als innerer Kreis der Islamischen Republik Iran – werden die Vororte der Stadt zu einem Übergangsraum zwischen innen und außen, urban und nicht-urban. HASHTI TEHRAN untersucht Wohnungsbau und Stadtentwicklung in vier sehr unterschiedlichen Gebieten in den Randzonen der iranischen Hauptstadt.

Jurybegründung:
Teheran, wie wir es nicht kennen. Kartographiert von Daniel Kötter, der sich in langsamen Kamerafahrten von Nord nach Süd und von Ost nach West bewegt, eine Bewegung, die von im Nebel versunkenen Bergen zum vom Wüstenstaub verwehten Stadtrand führt, von den reichen Immobilienkäufern zu den Bewohnern eines Viertels, denen der Verlust ihrer Häuser droht. Im Off Dialogfetzen: das Werben der Makler, die Wut über die Stadtverwaltung, Frauen, die die zu kleinen Fenster beklagen. Sind sie es doch, deren Leben sich vor allem in Wohnungen abspielt. Der freie Ausgang auf die Straße ist ihnen verwehrt. Was privat, was öffentlich ist, wo sich Männer und Frauen wie begegnen dürfen, das folgt in dem islamischen Staat einem ziselierten Regelwerk, das Daniel Kötter entlang der Bruchlinien, wo sich kleine Freiheiten und Widerstände zeigen, nachzeichnet. Aus diesen Fragmenten ersteht das Bild einer modernen Metropole, in der Korruption und Kontrolle ebenso zum Alltag gehören, wie der Wunsch nach Gemeinschaft und Geborgenheit. Die Auszeichnung für diese außergewöhnliche Arbeit gebührt Daniel Kötter, der auch für die Kamera verantwortlich ist.

Pressemappe

Daniel Kötter

Daniel Kötter ist ein international tätiger Filmemacher und Musiktheater-Regisseur. Seine Arbeiten changieren zwischen verschiedenen medialen und institutionellen Kontexten und verbinden Techniken des strukturalistischen Experimentalfilms mit performativen und dokumentarischen Elementen. Sie wurden weltweit auf zahlreichen Film- und Videokunstfestivals, in Galerien, Theatern und Konzerthäusern gezeigt.

Filmografie:
2016 Ingolfs Oper
2016 Repetitionen
2014 state-theatre #5 BEIRUT
2013 state-theatre #6 MONCHENGLADBACH
2013 participants and objectives
2012 state-theatre #4 DETROIT
2011 state-theatre #3 BERLIN
2011 state-theatre #2 TEHRAN
2010 state-theatre #1 LAGOS