Martin Heckmann

Martin Heckmann

Martin Heckmann (*1966 in Hamburg) arbeitet als Filmemacher und Künstler seit den 1990er Jahren. Nach dem Filmstudium bei Gerd Roscher und Rüdiger Neumann an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg, war er 2004 Gründungsmitglied des Vereins FELD FÜR KUNST. Seit 2006 arbeitet er im eigenen STUDIO FÜR DIGITALEN FILM an zahlreichen Kinofilmproduktionen für Kunden aus der Medien- und Filmszene in Deutschland.

Filmografie

  • 1993 OWO
  • 1997 Gesichte
  • 2000 Verborgenes Land
  • 2006 sat.land

Ulli

Deutschland 2013 | exp. Dokumentarfilm | 61 min. | FSK: ?

Sonderpreis für Filme mit einer Laufzeit von mehr als 30 bis 78 Minuten

  • Darsteller: Matthias Breitenbach
  • Interviewpartner: Ulrich Heckmann, Ursula Heckmann, Mathias Will
  • Sprecher: Matthias Breitenbach, Ole Knut Svendsen
  • Produktionsleitung: Madeleine Dewald
  • Musik, Sound-Design: Yves De Mey

Inhalt

Ullis Leben war ein jahrzehntelanger Ausnahmezustand zwischen Familie und Psychiatrie. Viele wollten ihm helfen, doch keinem ist es gelungen. Ulli ist an allem verzweifelt und überall gescheitert: an sich selbst, an seinen Mitmenschen und zuletzt an einem Klappfenster in unserem Elternhaus. Ulli war mein Bruder.

Jurybegründung

Manchmal kann nicht einmal die Liebe Wunden heilen. Ulli, ein Adoptivkind, wächst in den behüteten Verhältnissen einer Vorstadtsiedlung auf, dennoch läuft sein Leben vollkommen aus dem Ruder. Ulli, ein Getriebener, findet keinen Platz in dieser Welt: weder in der Familie noch in der Psychiatrie, schon gar nicht in sich selbst. Es sind die Gespenster der frühesten Kindertage, die ihn nicht zur Ruhe kommen lassen. Selten hat man in einem Dokumentarfilm so schmerzhaft Grenzen erfahren: Die Psychiatrie kapituliert, die Adoptivfamilie kann ihn nicht retten und Ulli bleibt ein Gefangener seines Traumas. Der Regisseur Martin Heckmann, der Bruder des Protagonisten, trägt viele Puzzleteile aus Tagebüchern, Home-Videos und anhand von Erzählungen der Freunde zusammen. Das Beklemmende erspart er sich und uns nicht. Die besondere Stärke des Films besteht jedoch darin, wie er aus diesem Abgrund heraus seine Fragen nach der Verantwortung der Gesellschaft gegenüber dem Einzelnen groß und radikal formuliert.

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