Constantin Hatz

Constantin Hatz

1989 in Wien geboren und aufgewachsen. Absolvierte die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt mit dem Schwerpunkt Fotografie und audiovisuelle Medien in Wien. Seit 2012 Studium im Fach Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Filmografie

  • 2014 Nähe
  • 2015 Fuge

Helikopter – Hausarrest

Deutschland 2014 | Dokumentarfilm | 38 min. | FSK 12

Sonderpreis für Filme mit einer Laufzeit von mehr als 30 bis 78 Minuten

  • Konzept und Regie: Constantin Hatz
  • Kamera: Rafael Starman
  • Schnitt: Marco Rottig
  • Ton: Frank Schubert
  • Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg

Inhalt

Der 27-jährige Benjamin verbüßt im Rahmen des elektronisch überwachten Hausarrests eine 10monatige Freiheitsstrafe in der Wohnung seiner Mutter. Benjamin und seine Mutter haben sich in den letzten Jahren voneinander distanziert. Sie werden durch eine staatliche Maßnahme zusammen geführt und müssen sich eine kleine Wohnung in einem Wiener Außenbezirk teilen. Die räumliche Verbundenheit von Mutter und Sohn setzt einen Prozess der emotionalen Annäherung in Gang.

Jurybegründung

In „Helikopter - Hausarrest“ entspinnt sich ein soziales Drama zwischen einer alleinerziehenden Mutter und ihrem erwachsenen Sohn. Seine elektronische Fußfessel kettet beide für Monate in der engen Zweiraumwohnung aneinander. Darin lebt der Protagonist Benjamin den Freiheitsentzug in völliger Ignoranz gegenüber seiner Mutter aus, indem er mit 130 Dezibel Technobeats an die Wände hämmert, seine Muskeln trainiert, stundenlang Fernsehen schaut und mit einem ferngesteuerten Helikopter durch die enge Wohnung, und schließlich vor die Wand „fliegt“. Sie hingegen versucht im sorgenvollen Alltag zwischen Brausetablette, Groschenroman und Mittagessen verzweifelt zu ihrem empathielosen Sohn vorzudringen und ein Gespräch herzustellen. Ein emotionaler Knast, den Constantin Hatz mit seinem Team in sich wiederholenden, klaustrophobischen Bildern einfängt. Hatz zieht den Zuschauer performativ immer weiter in die erzählte Enge, bis sie sich zur Unerträglichkeit einbrennt. Unerträglich deswegen, weil in "Helikopter - Hausarrest" Bindung zu Gefangenschaft und Teilnahmslosigkeit zu Freiheit wird.