Micah Magee
Micah Magee (geboren 1978 in Kansas) ist in Texas aufgewachsen und 2001 mit ein Fulbright Stipendium für Journalismus nach Berlin gekommen. In Texas war sie tätig als Autor, Piratenradioprogrammateur und Co-Leiterin das Cinematexas International Short Film Festival. Seit 2002 macht sie eigene Filme.
Filmografie
- 2003 The Girl Who Stared Down the Sun
- 2004 Krankenhaus
- 2004 Flowers
- 2006 Loslassen
- 2008 My Last Day in Nigeria
- 2009 Läufig (Heat)
- 2010 Erfolg
Heimkommen
Kategorie "Spielfilme mit einer Laufzeit von 7 bis 30 Minuten"
- Regie: Micah Magee
- Buch: Magdalena Grazewicz
- Kamera: Raphael Beinder
- Schnitt: Lorna Hoefler Steffan
- Ton: Maurizius Staerkle-Drux
- Darsteller: Mia Plappert, Alexander Martschewski, Cynthia Cosima
- Producer: Friederike Sophie Steinbeck
- Produktion: Deutsche Film- & Fernsehakademie Berlin (dffb)
Inhalt
Jo ist elf und vertrödelt schon gerne mal ihre Zeit. Eines Nachmittags verpasst sie nach einer Cellostunde ihren Bus. Wieder einmal. Als die Freundin ihres älteren Bruders sie abholt, passiert auf dem Rückweg ein Unfall. Jo überlebt. Die Freundin nicht. Drei Monate später will Jo nicht mehr ständig über den Unfall und Tod reden. Sie will Normalität. Sie beginnt Eishockey zu spielen und entdeckt eine neue Körperlichkeit, findet neue Freunde und Welten. Einzig ihr Bruder Robert lässt Jo immer wieder seine Ablehnung spüren. Widerwillig holt Robert seine Schwester nach jedem Hockeytraining ab. Auf dem sich wiederholenden Heimweg in der Enge des Wagens werden die Geschwister immer wieder aufs Neue gezwungen sich mit dem Verlust und dem Umgang des anderen mit der Trauer zu beschäftigen.
Jurybegründung
Es beginnt mit einem schrecklichen Verlust. Bei einem Verkehrsunfall stirbt Roberts Freundin, und seine 11-jährige Schwester Jo spürt, dass er ihr die Schuld daran gibt. Robert frisst den Schmerz in sich hinein, aber in stummen Zweikämpfen wird sein Hass spürbar: Beethoven gegen HipHop. Irgendwann beginnt Jo, sich aus diesem Gewirr aus Schuld und Tod freizukämpfen. Statt Cello spielt sie nun Eishockey. Sie lernt sich behaupten in der Kälte. Einmal schwebt sie, ein stilles, zartes, einsames Kind, in der schweren Kluft übers Eis wie eine Tänzerin. Und mit stoischem Willen wird sie am Ende, in einer ebenso sparsamen wie anrührenden Szene, den Panzer ihres Bruders knacken. Das ist ein großes Drama von Schuld und Versöhnung, erzählt in kleinen Gesten, inszeniert mit zwei außerordentlichen jungen Darstellern. Virtuose Bildsprache, sparsame Dialoge, subtile Tongestaltung, eine fast dokumentarische Genauigkeit im Detail – und das alles getragen von einer cineastischen Vision: großes Kino in 23 Minuten.