Eva Könnemann

Eva Könnemann

Geboren 1973 in Frankfurt am Main. 1993 - 1999 Studium und Diplom: Film und Medien an der Filmakademie Baden-Württemberg. Verschiedene Stipendienaufenthalte in Paris (2001, 2004), Marseille (2002) und Berlin (2011-14). Lebt und arbeitet in Berlin

Filmografie

  • 2002 Happy Problem
  • 2003 Light Boy
  • 2006 with you
  • 2008 Die Tragöden aus der Stadt
  • 2010 ensemble
  • 2014 Material Beton

Das offenbare Geheimnis

Deutschland 2015 | Dokumentarfilm | 29 min | FSK 0

Deutscher Kurzfilmpreis in Gold für Dokumentarfilme bis 30 Minuten

  • Buch, Regie, Kamera, Schnitt und Produktion:
    Eva Könnemann
  • Sprecherin: Kathrin Resetarist

Inhalt

Bei einer Recherche über Ortswappen bin ich zufällig auf die kleine Gemeinde Emmelsum in Nordrhein-Westfalen gestossen. Ihr Wappen zeigt eine große Biene auf grünem Grund. Bei der Suche nach weiteren Informationen erfuhr ich auf Wikipedia, dass Emmelsum circa 300 Einwohner habe, nie selbstständig war und keine besonderen Sehenswürdigkeiten besitzt. Auf der Webseite des Ortes selbst heisst es schlicht: "Über Emmelsum lässt sich nicht allzu viel sagen". Mit meinem Film versuche ich diesen Ort zu porträtieren.

Jurybegründung

Geht das, einen Film über das „Nichts“ zu machen? Eva Könnemann kann es. Das  niederrheinische Dorf Emmselsum mit seinen 300 Bewohnern ist laut eigener Website ein Ort ohne Besonderheiten. Es gibt weder Sehenswürdigkeiten noch eine Bushaltestelle, keine Kirche, nicht einmal öffentliche Papierkörbe, wenngleich immerhin drei Straßenlaternen. Das hat die Berliner Regisseurin Eva Könnemann gereizt loszuziehen, einen Film über das „Nichts“ zu machen. Passiert ist das Gegenteil. Durch ihre behutsame Annäherung, die die Langsamkeit nicht scheut, die präzise Bildgestaltung ihrer Kamera, die Distanz bewahrt, und dem feinsinnig-ironischen Kommentar, eindrücklich vorgetragen von Katrin Resetarits, ist es ihr gelungen, aus dem „Nichts“ ein kluges und komplexes Essay zu entfalten, das die Grenzbereiche des Dokumentarfilms auslotet. Die Bilder von den perfekt geschnittenen Hecken und undurchdringlichen Fassaden der Einfamilienhäuser animieren sie zu Betrachtungen über Geschichte und Gemeinschaft, Fremdheit und Heimat, aber auch darüber, wie die Beobachterin beobachtet wird und ihr „Ich“ vom Emmelsumerischen „Wir“ aufgenommen wird.