Ulu Braun

Ulu Braun

Geb. 1976 in Schongau. Er studierte Malerei und Film in Wien, Helsinki und Potsdam. Seine Arbeiten werden regelmäßig in Museen, Galerien und auf Filmfestivals gezeigt.

Filmografie

  • 2004 DIE FLUTUNG VON VIKTORIA
  • 2006 FISH SOUP
  • 2007 RHABARBER BOY
  • 2011 MARIA THERESIA UND IHRE 16 KINDER
  • 2013 FORST

Forst

Deutschland 2013 | Experimental | 10‘45 min. | FSK: 0

Deutscher Kurzfilmpreis in Gold für Experimentalfilme bis 30 Minuten

  • Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt: Ulu Braun
  • Musik: Max Knoth
  • Darsteller: Katja Müller, Leni Schmidt, Rudolf Braun, Teuri Haarla, Theo Seidel, Tomas Dohnal u.a.
  • Produktion: Studio Ulu Braun

Inhalt

Rosenblätter sinken auf moosbewachsenen Boden. Durchs Dickicht des Waldes bahnen sich Leichtathleten mühsam ihren Weg - von Jägern und Sammlern beobachtet. Spaziergänger und Naherholer ergötzen sich an ihren Körpern, während Kinder sich dem magischen Bann moderner Fabelwesen hingeben. Ein rauschhaftes Passionsspiel über Natur, Leistung und den eigenen Verfall.

Jurybegründung

Wir sehen einen Wald, der von Fremdkörpern bevölkert ist: Sportler auf Tartanbahnen, Naherholer, Spiderman, nackte Feuerspringer, einen Plenarsaal mit Politikern und und und. Wie ein roter Faden zieht sich eine Tartanbahn durch den Film, überhaupt ist die Farbe Rot wichtiges strukturierendes Element in dieser assoziativen Videocollage. Der Wald – spätestens seit der Romantik beliebter Sehnsuchtsort für stadtmüde Zivilisationskritik – wird gezeigt als durch und durch medialisierter Erlebnispark, die Gegensätze Natur und Kultur geraten gehörig ins Wanken. Die Nahtstellen zwischen einmontierten Bildern werden offengelegt und erinnern in ihrer Rauheit an die Anfangszeiten der Videokunst. Die geniale Mischung aus Trash und Überhöhung, die durchaus auch mal ins Kitschige lappen kann, hat uns im besten Sinne irritiert, zum Lachen gebracht und schlichtweg begeistert. Ganz besonders in Kombination mit der hervorragenden Filmmusik von Max Knoth, die ebenso gekonnt und humorvoll mit filmischen Vorbildern spielt und dabei ein ganz eigene Atmosphäre schafft.

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