Victor Orozco Ramirez

Victor Orozco Ramirez

Masterabschluss in Dokumentarfilm an der HFBK Hamburg. Von 2005 bis 2012 organisierte er in Mexiko und Deutschland das Kurzfilmfestival ambulart.

Filmografie

  • 2004 THEATER DER GRAUSAMKEIT
  • 2009 TATEIKIE HINTER DER GARDINE
  • 2012 REALITY 2.0

Reality 2.0

Deutschland 2012| Anim. Documentary | 11 min. | FSK: 12

Deutscher Kurzfilmpreis in Gold für Dokumentarfilme bis 30 Minuten

  • Regie, Drehbuch, Schnitt, Animation: Victor Orozco Ramirez
  • Produktion: Victor Orozco Ramirez, HFBK Hamburg

Inhalt

Es war Herbst, als ich nach Deutschland kam. Ich dachte, an diesem für mich exotischen Ort könnte ich mich von Mexiko ein wenig distanzieren. Aber ich habe mich geirrt. Die Narcos haben mich brutal eingeholt. Eine Doku-Animation über die endlose Spirale der Drogengewalt in Mexiko.

Jurybegründung

Ein Flugzeug explodiert beim Landeanflug. Doch es ist nur ein Traum. Zum Glück. Oder doch nicht? Das Vermischen von Realität und Traum, genauer gesagt das Vermischen verschiedener Realitäten zwischen scheinbarer Harmonie in Deutschland und dem Drogenkrieg in Mexiko setzt Victor Orozco virtuos um. Er nutzt eine Bildsprache zwischen Fotorealismus und Malerei. Die Bilder flackern bisweilen wie im guten alten Kintopp. Doch das ist Prinzip. Alltagsbilder, grafisch reizvoll inszeniert, bilden einen verstörenden Kontrast zu den Schilderungen ausufernder Gewalt und dem Wettlauf um deren medienwirksame Inszenierung. Die Verfremdung von rotoscopierten dokumentarischen Aufnahmen, auch bekannt als Animadok, ist die adäquate formale Antwort auf das Thema. Allerdings geht es im mexikanischen Drogenkrieg um mehr als um bloße Gewalt. Es geht vielmehr um Gewaltvoyeurismus, die Faszination, die von Tod und Horror ausgeht, die Allgegenwart des Tötens dank Youtube. Der aktuelle Zusammenhang zwischen realer Gewalt im Alltag und virtueller per Computerspiel oder im Internet erzeugter Surrealität. Im Film heißt es sarkastisch: „In Mexiko werden die Kaninchen zu Ratten. Ästhetik des Horrors."

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