Garnelius
Sonderpreis für den besten mittellangen Film
Regie :
Julia Ketelhut
Drehbuch / Script: Julia Ketelhut
Bildgestaltung / DOP: Rocío Díaz Freire
Schnitt / Editing: Iva Puljar-Matic
Tongestaltung / Sound Design: Andre Goeters, Vadim Mühlberg
Original-Filmmusik / Original Score: Ralf Schwieters, Gustav Tier
Produktion: Melvyn Zeyns, Jonas Nemela
Besetzung / Cast: Emil von Schönfels, Peter Koburg, Otto Karl Herzog
Berlin 2007: Karl fühlt die Abwesenheit väterlicher Zuwendung am schmerzlichsten beim Blick auf seinen kleinen Bruder, der nicht mehr zuhause wohnen kann. Nach Vater Werners Geburtstagsfeier geschieht etwas Unerwartetes: Karl legt ein Ei.
Jurybegründung
Der Film erzählt sensibel und authentisch von einer fragilen Familie, doch wir erfahren nicht viel über die erlittenen Verluste und Verletzungen der Protagonisten. Dafür blickt die Kamera immer wieder lange in deren Gesichter und die sprechen Bände. Sie lässt uns an der ausgelassenen Geburtstagsfeier des Vaters in der beengten Wohnung teilnehmen oder am zärtlichen Verhältnis zwischen den Brüdern. Selbst als Karl auf einem Ei erwacht und sich nun auch noch um dessen hilfsbedürftiges Wesen kümmern muss, bleibt der Film seinem beobachtenden Realismus treu und übt sich nicht in Gefälligkeiten. Sounddesign und Effekte sind intensiv, doch nicht aufdringlich. Julia Ketelhut hat mit GARNELIUS eine verstörend schöne Arbeit geliefert, einen Film, der metaphorisch und nachhaltig von sozialen Befindlichkeiten erzählt.Julia Ketelhut
Julia Ketelhut wurde 1989 in Berlin Pankow geboren. Zunächst arbeitete sie als Ergotherapeutin. Seit 2016 studiert sie Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. 2019 wurde sie als Stipendiatin in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen.