Kurzfilmtournee 2019

Minden Rendben (Everything Alright)

Deutschland 2018 • Spielfilm • ungarisch m. dt. UT • 13 Min. • FSK noch nicht geprüft
Nominierung in der Kategorie Spielfilme von mehr als 10 bis 30 Minuten
Regie: Borbála Nagy
Kamera: Constantin Campean
Schnitt: László Dunai
Ton: Tamás Bohács, Tamás Kreiner
Darsteller: Benett Vilmányi, Ákos Orosz
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin

Alpár hat seinen ersten Arbeitstag an der 175 km langen Grenze zwischen Ungarn und Serbien, wo er sein Land vor Geflüchteten beschützen soll. Während er versucht, die Regeln der Grenzjäger zu verstehen, ist er mit den schonungslosen Strukturen konfrontiert, die den Fremden von der anderen Seite ihre menschlichen Qualitäten rauben. Auch Alpár scheint in dem eisig kalten Mikrokosmos der Grenze seine Menschlichkeit zurücklassen zu müssen.

Jurybegründung:
Morgengrauen, klirrende Kälte, sein erster Arbeitstag. Alpar steht an der 175km langen Grenze zwischen Ungarn und Serbien. Etwas verloren patrouilliert der junge Grenzwächter durch den Schnee. Nur sein Walkie-Talkie und das gelegentliche Surren einer hochmodernen Überwachungskamera durchbrechen die Stille. Ein Kollege spricht ihn an, mit leiser monotoner Stimme: "Du wirst sehen, die kommen und fressen uns die Ernte auf". Sie stehen am Grenzzaun und schauen Richtung Serbien. Alpar muss erkennen, dass er sich ab sofort mit einigen schonungslosen Gepflogenheiten konfrontiert sieht. In rhythmisch brillant komponierten Bildern gelingt Regisseurin Borbála Nagy und ihrem Team ein kleines cineastisches Meisterwerk. Der minimalistische Erzählstil kommt gänzlich ohne Musik aus. Kein Wort, kein Schnitt, kein Ton ist hier zu viel. Stets im Hintergrund: der Grenzzaun, dessen stählerne Gestalt sich erbarmungslos durch die karge ungarische Schneelandschaft schlängelt. Und so entsteht ein präzise erzählter Kurzspielfilm, dessen atmosphärische Kraft Bände spricht über den aktuellen Zustand Europas.
Filmstills (ZIP)

Borbála Nagy

Borbála wurde in Ungarn geboren. Während ihres Studiums an der Fakultät der Filmwissenschaften in Budapest entstanden ihre ersten Kurzfilme. 2012 zog sie nach Deutschland und begann ihr Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin in der Fachrichtung Regie. Seitdem hat sie mehrere Kurzfilme realisiert, die weltweit auf Festivals gelaufen sind. Zurzeit arbeitet sie an der Postproduktion ihres neuen Kurzfilmes und entwickelt ihren Abschlussfilm.