Kurzfilmtournee 2021

Pannónia Dicsérete/ Land of Glory

Deutschland 2020 • Spielfilm • ungarisch m. dt. UT • 27 Min. • FSK 0
Deutscher Kurzfilmpreis in Gold in der Kategorie Spielfilm von mehr als 10 bis 30 Minuten
*für VoD verfügbar*

Regie:
Borbála Nagy
Drehbuch: Borbála Nagy, Judit Anna Banhazi
Kamera: Moritz Friese
Sound Design: Tamás Bohács
Schnitt: Dunai Laszlo
Darsteller*innen: Hanna Angelusz, Kunert Mandula Lujza, Marton Horvath, Nyary Luca, Nora Rainer-Micsinyei, Eszter Tompa, Peter Janklovics, Zsuzsa Farago, Iringo Reti, Julia Fazakas Wagner
Produktion: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB)

Eine Schule irgendwo in Ungarn. Ein durchschnittlicher Literaturunterricht mit durchschnittlich schlecht vorbereiteten Schülern. Ein scheinbar normaler Tag, außer dass ein Besuch des ungarischen Premierministers ansteht. Die Schulsekretärin, die Meisterin der Feier, versucht alles in ihrer Kontrolle zu behalten. Besonders die Festtorte, die nicht in den Kühlschrank passt. Während das Küchenpersonal dieses Problem lösen muss, bereitet die 17-jährige Márti, die die Begrüßungsrede halten soll, zögernd ihre kleine Revolution vor.


Jurybegründung
Eine überdimensionierte Festtorte in Form des ungarischen Staates wird geschmückt. Paprika und Salami finden ihren Platz, doch der Balaton ist noch etwas zu klein geraten. Das geschäftige Treiben in einer Schule nimmt zu, um den Premierminister zu empfangen. Während die emsige Schulsekretärin versucht, alles zu organisieren und unter Kontrolle zu halten, zeigt sich in Person des überflüssigen Direktors das unmissverständliche Bild zerfallender patriarchaler Strukturen.
Durch den gut dosierten Einsatz von plakativen Symbolen, bildlichen Metaphern und versteckter Ironie zeichnet die Regisseurin ein markantes Gesellschaftsbild. Mit feinem Gespür für Authentizität und mehrschichtige Erzählstrukturen führt sie ihre Hauptdarstellerin, die Schülerin Márti, zum Aufbegehren.
Der Film gleicht einer Parabel, die brennende Themen unserer Zeit neu verhandelt. Dabei vermag es Borbála Nagy, das vordergründig karikierte Geschehen in eine europäische Dimension zu übertragen. Ein großartiger Kurzfilm mit klaren Bekenntnissen für Aufrichtigkeit und Zivilcourage!

Borbála Nagy

Borbála wurde in Ungarn in einer Tänzerfamilie geboren. Während ihres Studiums an der Fakultät der Filmwissenschaften in Budapest entstanden ihre ersten Kurzfilme. Später war sie als Journalistin tätig. 2011 verließ sie ihr Vaterland aus persönlichen und politischen Gründen. 2012 begann sie ihr Studium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin in der Fachrichtung Regie. Zurzeit entwickelt sie ihren ersten Langspielfilm.

Filmografie
2018 MINDEN RENDBEN
2016 IRGENDWO ANDERS
2016 AUF ÜBERLANDFAHRT