Kurzfilmtournee 2019

Deutschland 2018 • Spielfilm • schwedisch m. dt. UT • 30 Min. • FSK 12
Deutscher Kurzfilmpreis in Gold für Spielfilme von mehr als 10 bis 30 Minuten

Regie: Sophia Bösch
Buch: Sophia Bösch, Roman Gielke
Kamera: Aleksandra Mednianikova
Montage: Andrea Herda Muñoz
Sound, Musik: Robert Niemeyer
Szenenbild: Anna Anderson, Amanda Edlund
DarstellerInnen: Sofia Aspholm, Lennart Jähkel, Lars T. Johansson, Emil Öhlén, Ingmar Virta, Ivan Mathias Petersson
ProducerIn: Laura Klippel
Produktion: Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf & Filmgården HB

Die sechzehnjährige Linn darf endlich mit ihrem Vater auf die Elchjagd. Sie kennt die Jagd und ihre Gesetze, doch in der Gruppe der Jäger muss sie sich erst beweisen. Linn trifft. Sie schießt ihren ersten Elch. Aber ihr Stolz ist von kurzer Dauer, als sich herausstellt, dass sie eine Mutterkuh getötet hat. Elchkühe dürfen nicht geschossen werden, bevor man nicht ihr Kalb erlegt hat. Das Junge muss aufgespürt und getötet werden, damit es nicht elend verendet. Voll Scham und Eifer macht Linn sich alleine auf die Suche nach dem Kalb. Ein Gang in die Wildnis, der ihre eigentliche Prüfung wird.

Jurybegründung:
Um zeitlose und aktuelle Themen geht es in RÅ: das Verhältnis von Vater und Tochter, ein Mädchen in einer Gruppe von Männern, das Verhältnis von Mensch und Tier, der Mensch als Teil der Natur. Erzählt wird von Linn, die ihren ersten Elch erlegt. Eine Geschichte vom Erwachsenwerden, vom sich Bewähren und vom Wachsen des Selbstbewusstseins, dadurch, dass Linn eine unabhängige
Entscheidung trifft und ihren ganz eigenen Weg geht. Nur wenig wird gesprochen. Der Wald und die Natur sind groß und präsent, die Geräusche der Natur und der Tiere sind so wichtig, wie die menschlichen Stimmen. Musik wird sparsam eingesetzt. Totalen vom Wald und Großaufnahmen von Linns Gesicht bestimmen die Ästhetik der Bilder. Der Regisseurin Sophia Bösch und ihrem Team gelingt so ein emotional bewegender Film, der durch seine starke Bilderwelt ein vielschichtiges Beziehungsgeflecht schafft. Der Zuschauer kann am Erstarken von Linn auf zugleich zarte und raue Weise teilhaben, die Natur ist als mächtige Mitspielerin erleb bar. Nie wird dabei der Wald zur Kulisse, er spielt einen fremden, bisweilen unheimlichen Partner, den es gilt zu verstehen.

Filmstills (ZIP)

Sophia Bösch

Geboren 1987 in der Schweiz. BA Cinema Studies an der Uni Stockholm. Filmstudium an der Stockholm Academy of Dramatic Arts. Seit 2011 Regisseurin im Filmkollektiv Lillemor Film Stockholm. Mit DÄR BARN JAG LEKT (Lillemor Film, 2012) nominiert für den Förderpreis der schwedischen Filmindustrie 1km film 2013, 2017 Short Tiger für MEINUNGSAUSTAUSCH (Linnenbaum & Bösch 2016). Seit 2017 Studentin im Master Spielfilmregie an der Filmuniversität Babelsberg.